„Bilderstreit. Aachen, 18.12.2015

„Bilderstreit“: Lutz Bernhardt mit Jürgen Claus

 

Bilder werden zerstört, heute wie einst. Der sogenannte IS folgt darin einem uralten Ikonoklasmus. Dabei baut er neue Bilder auf, die Schrecken verbreiten sollen. Die Flüchtlingskrise erleben wir vorwiegend durch Bilder. „Ein Bild ist ein sehr eigentümliches und paradoxes Geschöpf“, schreibt der führende amerikanische Bilderforscher W.J.T. Mitchell, „konkret und abstrakt zugleich, sowohl ein spezifischer, individueller Gegenstand als auch eine symbolische Form, die eine Totalität umfaßt.“

 

Lutz Bernhardt, Chefredakteur des GRENZECHO, ist mit der elektronischen, weltweit auf den Terminal flutenden Bildermenge durch seine alltägliche Arbeit konfrontiert. Welche Auswahlkriterien hat er, um Bilder in der Tageszeitung „zum Sprechen“ zu bringen? Wie lange „leben“ die Bilder, die von Agenturen permanent einlaufen? Ist ihre Bedeutung speicherbar?

Auf der anderen Seite schafft der Künstler Jürgen Claus Bilder, die Realität nicht verweigern, diese aber aus einer ganz persönlichen psychischen Verfassung umgestalten, verkürzen, auf Traumsymbolik eher als auf Aktualität vertrauen. (Seine Bilder sind in der gegenwärtigen Ausstellung „CROSSOVER.advent.2015“ vor Ort zu sehen.)

 

Zwei Bilder-Positionen, die am Freitag, 18. Dezember 2015 um 19:30 Uhr einen lebhaften Austausch finden werden. Der „Bilderstreit“, zu dem auch der Aachener Psychotherapeut Thomas Auchter mit Argumenten der traumverwandten Kraft der künstlerischen Kreation beitragen wird, finden in den Räumen von project.claus… in der Kuckhoffstrasse 39, Aachen statt. Anmeldungen gern unter: noraclaus@euregio.net, Tel. 0241-56 52 79 35.

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